15.02.2012

Wartung von Photovoltaik-Anlagen

Was beim Betrieb einer PV-Anlage beachtet werden sollte!

Da Solaranlagen sehr wartungsarm sind, ist das Betreiben einer Solaranlage mit wenig Aufwand verbunden. Lose Kabel, nicht richtig funktionierende Wechselrichter oder verschmutzte Module mindern allerdings die Erträge von PV-Anlagen. Verschmutzungen wie beispielsweise Laub, Pollen, Vogelmist oder Moos können auf Dauer die Erträge Ihrer Anlage minimieren und im schlechtesten Fall zum Ausfall einzelner Module führen. Dafür verantwortlich sind sogenannten Hot-Spot-Effekte. Die durch Schmutz bedeckten Solarzellen können dann keine elektrische Spannung mehr erzeugen und wirken stattdessen in dem in Reihe geschalteten Solarmodul wie ein Widerstand. Dadurch kann sich die Zelle bis zur Zerstörung überhitzen.

Um langfristig die Erträge Ihrer Solaranlage zu sichern, optimale Wirkungsgrade zu erreichen und Garantieansprüche zu erhalten, sollten Photovoltaikanlagen in der Regel einmal im Jahr von einem professionellen Unternehmen gewartet werden. Aber auch eine professionelle Reinigung der Anlage empfiehlt sich.

Bis zu einem gewissen Grad können auch Laien, bestimmte Wartungsmaßnahmen selbst durchführen. Beispielsweise kann man regelmäßig überprüfen, ob sich die Erträge der Anlage zum Vorjahr wesentlich verändert haben. Und kleinere Verschmutzungen der Module werden von Wind und Regen weggetragen. Für PV-Anlagen in landwirtschaftlichen Regionen, die nahe an Wiesen, Futtermittelladeeinrichtungen, Biogasanlagen und Feldwegen liegen und einer höheren Verschmutzung ausgesetzt sind, empfehlen einige Fachbetriebe sogar eine halbjährige Reinigung. Spezielle Roboter oder automatische Panelwassersprinkler wurden inzwischen für solche Härtefälle entwickelt.

Viele Solarteure legen in den Betriebsunterlagen ganz genau fest, wie oft gewartet und gereinigt werden muss. Als Serviceleistung und aufgrund von Garantieansprüchen übernehmen viele Hersteller diese Aufgaben daher selbst. Es gibt aber ebenso viele freie Betriebe, die sich auf Maintenance-Services von PV-Anlagen spezialisiert haben.
Zu den allgemeinen Konditionen eines Wartungsvertrags sollten folgende Leistungen gehören:

  • Kontinuierliches Fernmonitoring der Anlage
  • Sichtkontrolle: Sind Module beschädigt oder verschmutzt?
  • Kontrolle der Unterkonstruktionen: Sitzen alle Schrauben, Befestigungen und Klemmvorrichtungen oder ist die Dachhaut unbeschädigt?
  • Kontrolle der Zähleranlagen: Funktionieren Einspeisezähler und Eigenverbrauchszähler?
  • Kontrolle der Wechselrichter

Über alle Ergebnisse sollten Sie im Anschluss ein Ergebnisprotokoll erhalten.

Abgesehen von diesen handelsüblichen Bestandteilen eines Wartungsvertrags sind die Konditionen variabel und verhandelbar. So kann beispielsweise die Sichtkontrolle alle drei Monate erfolgen, während eine ausführliche Inspektion der Anlage einmal im Jahr durchgeführt wird. Ebenso sind die Laufzeiten von Wartungsverträgen vielfältig ausgestaltet und reichen von einer Zeitspanne von einem Jahr bis zur Gesamtlaufzeit der Anlage.

Vergleichsrechner für die Preise bzw. die Kosten für die Wartung und Reinigung von Photovoltaikanlagen gibt es nicht. Für die Wartung von Solaranlagen legen einige Firmen eine Pauschale fest oder berechnen diese mit einem bestimmten Satz je Kilowattpeak (kWp). Die Reinigung der Solaranlage wird meist in Abhängigkeit zur Flächengröße berechnet. Nach aktueller Recherche liegt die Pauschale für die Wartung bei 100 € bzw. es wird ein Preis von 7 – 12 € je kWp veranschlagt. Eine Reinigung kostet etwa 1,50 – 3,50 € pro Quadratmeter.

Quelle: Milk the Sun