23.03.2014

PID an Photovoltaikmodulen vor Ort identifizieren

Ein Bericht von ENVARIS und ST Check zeigt, wie man PID an Solarmodulen in der Praxis erkennen kann.

Verdacht auf PID! Eine Schreckensvorstellung für Betreiber von Photovoltaikanlagen. Lesen Sie im folgenden Bericht auf unserem ENVAIRS Blog, einen Erfahrungsbericht aus dem Feld von unserem Kooperationspartner ST Check aus Wölfersheim. Erfahren Sie, wie wir gemeinsam mit unseren Partnern auch in Ihrer Photovoltaikanlage PID vor Ort feststellen können.

PID Im Anfangsstadium
Wieder mal klingelt das Telefon und ein PV Anlagenbetreiber berichtet, dass seine Anlagenerträge langsam aber sicher immer weniger werden. Inzwischen ist es so schlimm, dass der aufgenommene Kredit nicht mehr ausreichend bedient werden kann. Sein Installateur wäre schon vor Ort gewesen, hätte alles untersucht aber nichts gefunden.

Nachdem er die Anlagenparameter telefonisch mittgeteilt hat, kommt anhand des Modultyps schnell der Verdacht auf, dass PID die Ursache für die Probleme an den Photovoltaikmodulen sein könnte. Um den recht sicheren Verdacht auf PID zu bestätigen, vereinbaren wir noch am Telefon eine weitere Vorgehensweise. Vor Ort müssen die Photovoltaikmodule demontiert werden, damit diese mit einem mobilen MBJ-PV- Testcenter via Elektrolumineszenz und Flasher auf PID untersucht werden können. Bei der Demontage muss jedoch genaustes darauf geachtet werden, dass die Reihenfolge der Photovoltaikmodule wie sie im String verbaut sind notiert wird. Das ist für die spätere Messung und Fehleranalyse notwendig.

Eine Woche später ist es soweit und die Messung kann starten. Vor Ort beim Kunden angekommen stehen die Photovoltaikmodule mit einer Kennzeichnung über die Position im jeweiligen String aufgereiht in der Garage. Mit Hilfe unseres mobilen PV Testcenters beginnen wir zu prüfen.

Bild: ST Check
Ausschlaggebend für die Messungen mit unserem mobilen LED Sonnen-Simulator ist die beim Abbau notierte Reihenfolge der Photovoltaikmodule im String. Bei jedem String beginnen wir auf der Minus Seite, weil dort der PID Effekt an stärksten ausgeprägt ist und die Photovoltaikmodule die größte Beeinträchtigung haben. In der Regel haben die letzten Module zur Plus Seite hin noch ihre volle Leistung. Auch stellen wir immer wieder fest, je länger die Strings und höher die dadurch auftretenden Systemspannungen sind, desto stärker tritt der PID Effekt auf. Der große Vorteil unsers mobilen PV-Testcenter ist, dass Wetter man unabhängig arbeiten kann.

PID Ausgeprägt
Die Leitungsmessung erfolgt, wir vermessen alle Module via Elektrolumineszenz-Test. Mit diesen Aufnahmen können wir den Grund für die schlechte Leistung der Photovoltaikmodule sichtbar machen. Auf den Elektrolumineszenz-Bildern kann man die inaktiven Zellen des Solarmoduls eindeutig erkennen.

Sind bei jedem Solarmodul Leistungsmessung und EL-Aufnahme gemacht, wird über den installierten PC im Testcenter ein pdf Bericht erzeugt, in dem alle relevanten Daten und Bilder enthalten sind. Dieser Bericht dient dann zum Nachweis beim Einfordern der Garantieleistung gegenüber dem Hersteller.

Nun können die Photovoltaikmodule wieder auf das Dach. Da der PID Effekt an PV-Modulen sich zurückbilden kann, bei der Wiedermontage sollte darauf geachtet werden, dass die Photovoltaikmodule in umgekehrter Reihenfolge im String montiert werden. D.h. das letzte Modul auf der Minus Seite wird zum ersten Modul auf der Plus Seite usw., die Reihenfolge der Module wird quasi gespiegelt aufgebaut. Je nach dem, um welchen Wechselrichtertyp es sich handelt, sollte außerdem am Wechselrichter eine so genannte Offset Box oder ein Erdungsset installiert werden. So kann der PID Effekt zu großen Teilen „geheilt“ werden.
 

Tipps bei PID Verdacht:

  • Lassen Sie einen Anlagencheck durch einen Fachmann wie z.B. ENVARIS durchführen und klären Sie offene Punkte bzgl. der Demontage
  • Klären Sie vor Beginn eine evtl. Kostenübernahme für die Messungen mit Ihrem Lieferanten der Module (Installateur, Händler, Hersteller)
  • Lassen Sie die Photovoltaikmodule nur von einem Profi demontieren und achten Sie darauf, dass keine zusätzlichen Schäden an den Photovoltaikmodulen entstehen
  • Suchen Sie einen geeigneten und sicheren Lagerort für die Photovoltaikmodule
  • Führen Sie die Messung der Module mit einem qualifizierten Partner durch
  • Reichen Sie den Prüfbericht aus der Messung bei Ihrem Lieferanten der Module ein (Installateur, Händler, Hersteller) und klären Sie mit diesem eine weitere Vorgehensweise 
 
 
Wenn Sie Fragen zur PID haben und auch für Infos rund um das Thema Photovoltaik steht Ihnen das ENVARIS-Team jederzeit gerne zur Verfügung. Rufen Sie uns an unter +49 30 288 8493 110 oder schreiben Sie uns eine E-Mail: kontakt(at)envaris.de.


Mehr zum Thema PID an Photovoltaikmodulen auch auf dem Blog der ENVARIS GmbH:
http://blog.envaris.de


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